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Herz der Halbinsel SchwansenHistorischer Rundgang Rieseby

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Riesebyer Bahnhof

In den 1870er Jahren sind überall neue Bahnlinien entstanden – so auch im hohen Norden, wo sich unter anderem die private Kiel-Eckernförde-Flensburger Eisenbahn-Gesellschaft (KEFE) gründete. Verschiedene Trassen wurden diskutiert. Dem damaligen Riesebyer Gastwirt Köhn soll es zu verdanken sein, dass die Strecke über Rieseby führt und die Bahnstation nicht, wie zunächst vorgesehen, in Stubbe errichtet wurde. Anlässlich der Aufnahme des regelmäßigen Zugverkehrs zwischen Kiel und Flensburg am 20. Dezember 1881 wurde der Riesebyer Bahnhof festlich geschmückt.

Apotheke im alten Schulhaus

Experten erkennen den Backsteinbau der Apotheke an der Riesebyer Dorfstraße schnell als früheres Schulgebäude. 1859 wurde die Schule hier neben der Riesebyer Kirche errichtet. Zunächst war das Gebäude noch reetgedeckt; nach einer Aufstockung im Jahr 1929 erhielt es sein heutiges Aussehen – seit 1984 beherbergt es die Schulhaus-Apotheke mit dem schönen Kräutervorgarten. Die Geschichte der Riesebyer Schulgebäude reicht weit zurück: Die erste Schule entstand als Kirchspielschule; sie lag neben dem Pastorat in Norby, 1727 wurde sie zunächst auf einen Platz gegenüber dem Schulenkrog verlegt – nach einem Brand wurde dann das heutige Apothekengebäude in Auftrag gegeben.


Altes Pastorat in Norby

Nachweislich gab es bereits im 16. Jahrhundert ein Pastorat im Ortsteil Norby – einen Kilometer von der Kirche im Ortskern von Rieseby entfernt. Für die damals durchaus übliche räumliche Trennung gibt es eine einfache Erklärung: Früher mussten die Pastoren meist auch eine Bauernstelle bewirtschaften, die ihnen den größten Teil ihrer Einnahmen sicherte. So gehörten zum Pastorat in Norby einst auch eine Scheune, Stallungen und weitere Nebengebäude. Das heute noch erhaltene Pastorat in Norby wurde im Dezember 1812 fertiggestellt. Nach der Errichtung eines kirchlichen Gemeindezentrums wurde das reetgedeckte Gebäude 1974 an einen Privatmann verkauft.

Windmühle Anna mit Sägerei

Mühle Anna in Rieseby

Die Mühle Anna im Ortsteil Norby wurde im Jahre 1911 erbaut; ihre Vorgängerin war 1910 einem Feuer zum Opfer gefallen. Zu den Besonderheiten der Mühle zählt das direkt anschließende villenartige Haus des Müllers. Bis 1978 trieben Annas Flügel vier Mahlgänge an. 1994 erwarb die Gemeinde Rieseby die heruntergekommene Mühle. Durch viele ehren-amtliche Helfer erfolgte eine gründliche Restaurierung. Heute birgt die Mühle Anna ein volkskundliches Museum mit über 2.000 Exponaten; der antiquarisch möblierte Eingangsbereich ist ein beliebtes Trauzimmer. Zum Museum gehören außerdem die Alte Sägerei und ein rekonstruierter Göpelschuppen; im Mühlenhaus befindet sich ein Café.

Riesby Krog und Reetdachkate

Riesby Krog in Rieseby

Seit 1850 ist der Riesby Krog das gesellschaftliche Zentrum im Dorfkern von Rieseby. Auch über eineinhalb Jahrhunderte nach Grundsteinlegung ist die Gebäudestruktur mit zwei Gasträumen, Salon und großem Saal in weiten Teilen noch original erhalten. Seit einem Pächterwechsel 2007 hat sich der historische Landgasthof überregional mit seiner regionalen Frischeküche einen Namen als Genießeradresse gemacht. Neben dem Riesby Krog steht eine alte Fachwerkkate, die um 1800 als reetgedecktes Querdielenhaus errichtet wurde. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Kate in ihrer ursprünglichen Form als Wohn- und Wirtschaftsgebäude komplett saniert.





Sankt Petri Kirche

Das Wahrzeichen in Rieseby geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Schleswiger Bischöfe, die seinerzeit eine befestigte Burg auf Gut Stubbe hatten, fassten den Entschluss zum Bau. Die Kirche wurde als flach gedeckte romanische Anlage begonnen und nach einem Bauplanwechsel im späten 13. Jahrhundert im Stil der spätromanischen Übergangszeit eingewölbt. Die bei Hochzeitspaaren besonders beliebte Sankt Petri Kirche ist ein eindrucksvolles Beispiel für Backsteinbauten aus jener Zeit. Die Atmosphäre wird durch den schönen Kirch- und Friedhof noch unterstrichen. Im Inneren ziehen Triumphkreuzgruppe, Taufe, Kanzel und der barocke Altar die Blicke der Besucher an.

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