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Historischer Rundgang in SchleswigFriedrichsberg

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Wassermühle vor Schloss Gottorf

Wassermühle am Schloss Gottorf

In Sichtweite von Schloss Gottorf siedelten sich seit dem 17. Jahrhundert die Wirtschaftseinrichtungen des Hofes an. Davon zeugen die frühere Poststation, heute Pension „Zum weißen Schwan“ und die alte Gottorfer Wassermühle mit ihren Hochwassermarken im Granitsockel. Die Straßennamen „Herrenstall“ und „Alter Garten“ verweisen auf die frühere Lage der Reitställe sowie des Küchen- und Ziergartens von Schloss Gottorf. Nicht mehr erkennbar ist der zugeschüttete Mühlenteich. Heute befindet sich hier die Parkanlage vor dem imposanten Oberlandesgericht, das 1878 als preußisches Regierungspräsidium errichtet wurde.

Prinzenpalais in der Gottorfstraße

Prinzenpalais am Schloss Gottorf

Zu den herausragenden historischen Gebäuden der Stadt gehören die sogenannten Freihäuser in der Gottorfstraße. Ihre Besitzer entstammten meist dem Adel oder bekleideten führende Amtspositionen, von der städtischen Gerichtsbarkeit und Steuerlast waren sie befreit. Das wohl berühmteste Freihaus ist das um 1700 errichtete Prinzenpalais, ein dreiflügeliges Herrenhaus, das mit dem Landesarchiv das „Gedächtnis“ Schleswig-Holsteins beherbergt. Ihm gegenüber steht der Günderothsche Hof, früher Gästehaus von Herzog Friedrich III., heute Stadtmuseum. Ebenfalls sehenswert: der Fürstenhof zwischen Prinzenpalais und Gericht.

Stadtmuseum Schleswig

Stadtmuseum in Schleswig

Das Stadtmuseum Schleswig bietet im Günderothschen Hof einen Überblick über die wechselvolle Geschichte und Kultur Schleswigs vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Thematisiert werden unter anderem Schleswigs mittelalterliche Vorgängersiedlung Haithabu, die Blüteperiode der Stadt in der Zeit der Gottorfer Herzöge, der deutsch-dänische Konflikt im 19. Jahrhundert, die Rolle Schleswigs als preußische Landeshauptstadt, die Entwicklung der Fischersiedlung auf dem Holm und des Nationalsozialismus. Im Teddy Bär Haus präsentiert das Stadtmuseum eine umfangreiche Privatsammlung historischer Teddybären.

Bahnhof und Bahnhofstraße

Bahnhof in Schleswig

1869 wurde der Schleswiger Bahnhof an den Stadtrand verlegt. Gleichzeitig entstand die Bahnhofstraße, die ihn über Pferde- und später Straßenbahnen mit der Stadt verband. Bis zur Jahrhundertwende wurden hier viele zeittypische Häuser errichtet. Sie geben dem Straßenzug mit ihrem Baustil nach preußischen Architekturkatalogen und im späteren Jugendstil ein äußerst markantes Gesicht. Das in der prominenten Tradition der Heimatschutzarchitektur stehende Bahnhofsgebäude wurde kurz nach dem 1. Weltkrieg fertiggestellt. Die Großzügigkeit seiner repräsentativen Halle verdankt es Schleswigs einstigem Status als preußischer Regierungssitz und preußische Landeshauptstadt.

Bürgerstift der Spar- und Leihkasse

Bürgerstift der Spar- und Leihkasse

„Drauß bei Schleswig vor der Pforte wohnen arme Leute viel ...“ – so schildert der romantische Dichter Clemens Brentano den südlichen Friedrichsberg in seiner Ballade „Die Gottesmauer“. Sie geht auf eine Begebenheit im Winter 1813/14 zurück, wonach eine Schneewehe die Witwe Mumm mit Tochter und Enkelin vor plündernden Soldaten bewahrte. Auch im deutsch-dänischen Krieg 1864 schützte eine Schanze über dem Busdorfer Teich den Zugang von Süden. Heute findet sich hier das zum Frieden mahnende Kanonendenkmal. Daneben errichtete die Friedrichsberger Spar- und Leihkasse das den Alten und Armen gewidmete Bürgerstift von 1868.

Rund um die Bugenhagenschule

Unterhalb der Dreifaltigkeitskirche, die um 1650 nach Plänen des Gottorfer Hofgelehrten Adam Olearius errichtet wurde, spiegelte sich mit Armenhaus, Pastorat und Schule das kirchliche Leben. Aus dem alten Armenhaus wurde das moderne Kirchengemeindehaus (Elisabeth-Beling-Haus) und aus dem alten Pastorat ein neoklassizistischer Neubau – heute in Privatbesitz. An die Stelle des Taubstummeninstituts, das Wilhelm Georg Pfingsten 1805 begründete, wurde 1927 von Stadtbaurat Julius Petersen die imposante Bugenhagenschule gesetzt. Sie ist ein prägnantes Beispiel der Heimatschutzarchitektur, das unter Denkmalschutz steht.


Apotheke in der Friedrichstraße

Im Zentrum des Friedrichsbergs weitet sich die Friedrichstraße zu einem marktähnlichen, seit jeher von Geschäftsgebäuden gesäumten Platz. Im Haus Nummer 56 (heute: Friedrichsberger Apotheke) betrieb Senator Bernhard Vollrat Wieck einst ein Geschäft. Seine gemeinnützigen Interessen verbanden sich hier mit der Fürsorge des Friedrichsberger Armenkollegiums und der Kirche für sozial Schwache. 1816 fand hier die erste Vorstandssitzung der "Friedrichsberger Spar- und Leihkasse" statt, die "Dienstboten, Mägde, Knechte und Gehilfen" zum Sparen animieren und Gewerbetreibenden mit günstigen Anleihen aushelfen sollte.

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