Das Guly Thing

Spuren der Vergangenheit

Guly Thing Platz

Wer in der Region am Ostseefjord Schlei auf historischen Spuren wandeln möchte, ist auf dem Thing Platz in Gulde/Stoltebüll genau richtig, denn auch hier, etwas abseits der Museen und bedeutsamen Stätten, gibt es geschichtliche Dinge zu entdecken.

Als Thing oder Ding wurden einst Volks- und Gerichtsversammlungen nach dem alten germanischen Recht bezeichnet. Der Ort oder Platz, an dem eine solche Versammlung abgehalten wurde, hieß Thingplatz und lag häufig etwas erhöht oder unter einem Baum und immer unter freiem Himmel.

Ein solch historischer Thingplatz findet sich in Gulde und trägt den Namen Guly-Thing. Das Wort Guly ist die alte Bezeichnung des Dorfes Gulde, wo sich auch der ursprüngliche Platz befand, wenn auch an etwas anderer Stelle als heute. Er wurde von der Gemeinde 2003 etwas abseits der historischen Stelle rekonstruiert und stammt ursprünglich aus dem Jahr 300 n.Chr. Es handelt sich um einen Steinkreis aus Findlingen.

Das Thing diente der politischen Beratung ebenso wie Gerichtsverhandlungen und auch kultischen Zwecken. Es fand unter Vorsitz des Königs bzw. des Stammes- oder Sippenoberhaupts statt und wer sich dem Thing entzog, war dingflüchtig und konnte dingfest gemacht, das heißt festgenommen, werden. Dieser Begriff dingfest wurde zu Thing Zeiten geprägt und ist uns sprachlich bis heute bekannt. Lebendiger lässt sich Geschichte nicht erleben.

Impressionen aus den Schleidörfern

Guly Thing heute

Guly Thing: Adlerstein

Wer heute diesen historisch spannenden Ort erkundet, dem erschließt sich die Bedeutung nicht auf den ersten Blick, denn spannend macht den Besuch erst das Wissen darum, was an diesem Platz in der Vergangenheit passiert ist. Heute erwartet den Besucher ein runder, steinumsäumter Platz. Im Jahre 1980 wurden hinter der heutigen Thingstätte Teile eines Urnenfriedhofes freigelegt, der auf die Zeit um das 3. oder 4. Jahrhundert nach Chr. datiert.

Bei Grabungen kamen dabei viele große Steine zu Tage, die vermuten lassen, dass es sich hier um ein Hünengrab handelt, dessen Steine zur Grabkammer eines Ältesten gehört haben könnten. Aus diesen Steinen wurde 2005 der Dolmen rekonstruiert.

Ebenfalls sehenswert ist die Nachbildung einer besonderen Grabstätte, die 600 m südwestlich in Sichtweite des Thing Platzes lag. Hier wurde 1820 ein Runenstein mit Grabbeigaben zwischen zwei Steinreihen gefunden. All diese Funde geben spannende Hinweise auf das damalige Leben und wie man früher das Zusammenleben organisierte. Ein Besuch des Thing Platzes sollte deshalb in keinem Urlaub fehlen.

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