Fischersiedlung Holm
Die Fischersiedlung Holm erzählt vom Leben der Fischer an der Schlei – ein einzigartiges Quartier, das bis heute den Charakter eines Dorfes bewahrt hat. Die Fischersiedlung Holm ist eines der ältesten und stimmungsvollsten Viertel der Stadt Schleswig. Auf einer kleinen Halbinsel in der Schlei gelegen, bewahrt sie bis heute den Charakter eines eigenständigen Dorfes mitten in der Stadt. Enge Gassen, kleine Fischerhäuser und blühende Gärten prägen das Bild dieses besonderen Ortes.
Seit dem Mittelalter lebten hier Fischerfamilien, deren Alltag eng mit der Schlei und ihrem Fischreichtum verbunden war. Der Holm war lange eine abgeschlossene Gemeinschaft mit eigenen Regeln, Traditionen und einer starken sozialen Bindung. Mittelpunkt der Siedlung ist der historische Friedhof ohne Kirche – ein Ausdruck des selbstbewussten und gemeinschaftlich geprägten Lebens der Holmer Fischer.
Heute ist der Holm ein lebendiges Zeugnis maritimer Alltagskultur. Die sorgfältig erhaltene Bausubstanz und die besondere Lage am Wasser machen die Fischersiedlung zu einem eindrucksvollen Beispiel für die enge Verbindung von Mensch, Natur und Handwerk. Ein Spaziergang über den Holm ist eine Reise in die Vergangenheit – ruhig, authentisch und voller norddeutschem Charme.
Wie so vieles an der Schlei, stammt auch der Name der Fischersiedlung in Schleswig aus der dänischen Sprache, denn „Holm“ bedeutet im dänischen Sprachgebrauch „kleine Insel“. Entstanden ist der Holm etwa im Jahr 1.000 und war bis zum 20. Jahrhundert durch das Holmer Noor vom Festland getrennt. Alle Häuser wurden, um die optimale Fischverarbeitung gewährleisten zu können, direkt am Wasser gebaut. Heute ist der Holm ein Stadtteil der Stadt Schleswig und mit dem Festland verbunden. Zentraler Teil des Viertels ist heute ein kleiner Friedhof mit eigener Kapelle, um den sich die einzelnen Fischerhäuschen gruppieren.
Damals war die Siedlung eigenständig, besaß besondere Privilegien und Rechte, die sich vor allem auf das Fischereirecht bezogen. Seit 1480 war es nämlich ausschließlich den Holmer Fischern gestattet, auf der Schlei zwischen Arnis und Schleswig zu fischen, was im Schleibrief von König Christian dem Ersten beschlossen wurde.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1650 auf Initiative der Holmer Fischer die Gilde „Holmer Beliebung“ gegründet, um sich bei Krieg und Pest untereinander zu helfen. Die Holmer Beliebung existiert übrigens bis heute.
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Ostseefjord Schlei GmbH
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