Deutsch-Dänische Geschichte

Die Geschichte kurz erklärt

Schleswig im Wandel

Schloss Gottorf in Schleswig

Die Geschichte der Stadt Schleswig ist untrennbar mit der deutsch-dänischen Geschichte verbunden. Die Stadt und Schloss Gottorf haben über lange Zeit eine bedeutende Rolle im Wandel der politischen Ereignisse gespielt. Mit Zunahme der Präsenz des dänischen Herzogs auf Schloss Gottorf wird Schleswig 1544 bis 1713 zur Residenzstadt des Staates Schleswig-Holstein-Gottorf. Das Schloss wird in dieser Zeit mehrfach vergrößert und damit auch zum äußerlichen Symbol für die zunehmende Macht der dänischen Herrscher. Ab 1840 wird der deutsch-dänische Konflikt das beherrschende Thema in der Stadt. Die Bürger sind überwiegend Anhänger der deutschen Seite. Unter anderem entsteht im Juli 1840 beim Sängerfest das Schleswig-Holstein-Lied. Gleichzeitig wird das erste blau-weiß-rote Banner gezeigt, die Farben, die bis heute die Landesfarben Schleswig-Holsteins sind.

Historische Differenzen in der Bevölkerung zwischen Deutschen und Dänen

Prinzenpalais am Schloss Gottorf

1848 bricht die Schleswig-Holsteinische Erhebung der deutsch gesinnten Bevölkerung Schleswig und Holsteins gegen die Herrschaft des dänischen Königs in den Herzogtümern aus, bei der es im April zur Schlacht bei Schleswig kommt. In dieser werden die dänischen Truppen zwar aus der Stadt vertrieben, jedoch steht am Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen 1851 der Sieg des Königreichs Dänemark über die deutschgesinnte Schleswig-Holsteinische Bewegung. Als Folge bleiben Schleswig und Holstein als Herzogtümer über eine Personalunion mit der dänischen Monarchie verbunden. Das Herzogtum Schleswig verbleibt mit Schleswig als dänisches Lehen mit dem Königreich Dänemark verbunden, Holstein bleibt dagegen weiterhin Mitglied des Deutschen Bundes. Die herzoglichen Behörden innerhalb des dänischen Gesamtstaates werden neu geordnet in dessen Folge Schleswig sämtliche herzoglichen Regierungsbehörden verliert.

Der Deutsch-Dänische Krieg

Historischer Rundgang Bellmannviertel in Schleswig

Im Deutsch-Dänischen Krieg (1864) besiegen österreichische und preußische Truppen die dänischen Truppen bei Düppel. Im August 1865 erhält Preußen das Herzogtum Schleswig und das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, während Holstein an Österreich fällt. 1866 besetzt Preußen Holstein. Dies wurde der formale Grund für den Deutschen Krieg, in dessen Folge Preußen Holstein annektierte und aus allen drei Gebieten 1867 die preußische Provinz Schleswig-Holstein bildete. Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark neutral. 1920 fiel nach einer Volksabstimmung Nordschleswig an Dänemark. Der mittlere und südliche Teil – Südschleswig – blieb bei Deutschland. Die so gezogene Grenze bildet noch heute den Grenzverlauf.

Impressionen Ihres Kultururlaubs

Deutsch-Dänisch geprägte Kunst und Kultur

Wortwolke Dänische Ortsnamen

Überreste der gemeinsamen Geschichte der Dänen und Deutschen haben in der gesamten Region eine Reihe sichtbarer Spuren hinterlassen. Das Schloss Gottorf ist sicherlich der deutlichste noch bestehende Hinweis auf die dänisch geprägte Zeit. Das Schloss ist inzwischen der Sitz der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen und beherbergt die bedeutendsten Sammlungen zur Kunst, Kultur und Archäologie in Nordeuropa. Im Stadtmuseum Schleswig hängt das älteste blau-weiß-rote Banner des Landes von 1845. Ein Vorläufer dieser Fahne wurde erstmals 1840 beim großen Sängerfest der deutschgesinnten Bevölkerung Schleswig-Holsteins in der Stadt Schleswig gezeigt. Während des Deutsch-Dänischen Kriegs fand 1850 die Schlacht um Idstedt statt, bei der ca. 37.000 dänische Soldaten zunächst die schleswig-holsteinischen Streitkräfte besiegen konnten, bevor sie 1864 die Herrschaft über Schleswig und Holstein verloren. In der Idstedt-Gedächtnishalle findet man heute alte Dokumente, Gemälde, Bilder und Illustrationen dieser politischen und militärischen Geschichte. Darüber hinaus finden sich auch sprachliche Spuren der deutsch-dänischen Geschichte, die sich bis heute durchgesetzt haben – zum Beispiel bei den Endungen einiger Dorfnamen:

  • Wortendung "by": Ursprüngliche Bedeutung „Hof“, später: Kleine Stadt
  • Wortendung "rup": Kleines Dorf, bäuerliche Siedlung
  • Wortendung "thorp": Begriff für eine kleine Nebensiedlung
  • Wortendung "holm": Bezeichnung für "kleine Insel"

Der dänische Einfluss ist auch politisch sichtbar: Die dänischen Südschleswiger gelten heute neben anderen ethnischen Gruppen als nationale Minderheit und unterliegen dem besonderen Minderheitenschutz. Die dänische Regierung garantiert ähnliche Minderheitenrechte für die deutsche Minderheit. Nach offiziellen Angaben gehören dieser Minderheit heute rund 50.000 Menschen an. Eine Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2015 geht sogar von über 100.000 Menschen aus. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) ist die politische Vertretung der dänischen Minderheit. Im schleswig-holsteinischen Landtag wurde für sie die Fünf-Prozent-Hürde aufgehoben. Viele der hier lebenden Dänen sind heute im Südschleswigschen Verein organisiert. Das dänische Gymnasium A. P. Møller Skolen, das 2008 in dem Schleswiger Stadtteil „Auf der Freiheit“ eröffnet wurde, befindet sich in der Trägerschaft des Dansk Skoleforening for Sydslesvig und ist eine Schule für Angehörige der dänischen Minderheit. Unterrichtssprache ist Dänisch, der Abschluss wird in Deutschland und Dänemark anerkannt. Die Schule ergänzt das Angebot der zwei dänischen Grundschulen in Schleswig. Sie wurde 2008 durch Königin Margrethe II eröffnet. Die private, gemeinnützige A. P. Møller Stiftung  finanzierte den über 60 Millionen Euro teuren Bau der Schule als Geschenk an die dänische Minderheit.

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Deutsch-Dänische Geschichte

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