Wikingergeschichte

Von der Wikingersiedlung Haithabu zur heutigen Wikingerstadt Schleswig

Die Blütezeit Haithabus

Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert hatten die zur See fahrenden, teilweise kriegerischen germanischen Völker den Norden Europas fest im Griff. Zu ihren bedeutendsten Siedlungen und Handelszentren zählte Haithabu am Haddebyer Noor am westlichen Ende der Schlei. Vermutlich im 8. Jahrhundert von friesischen Händlern gegründet, wurde Haithabu in kürzester Zeit zum wichtigsten Seehandelsplatz Nordeuropas. Die wikingerzeitliche Hafenstadt prägte das politische, ökonomische und auch religiöse Geschehen an der Schnittstelle zwischen Nord- und Ostsee. Hier trafen sich Händler aus allen Himmelsrichtungen. Zum Schutz der Siedlung wurde ein befestigter Halbkreiswall gebaut, an den sich das Verteidigungssystem des Danewerks anschließt. Fast dreihundert Jahre lang hatte Haithabu die Schlüsselposition im Warenumschlag zwischen Nord- und Ostsee inne, denn von hier aus waren es nur wenige Kilometer Landweg, um über Treene und Eider die Nordsee zu erreichen. Mit dem Ende der Wikingerzeit, um die Mitte des 11. Jahrhunderts, gingen seine Funktionen an das am Nordufer der Schlei gelegene Schleswig über.

Der Untergang Haithabus

Wikinger in Haithabu

Um 1066 wurde das Siedlungsgelände durch westslawische Verbände zerstört. Schon zuvor hatte der Übergang der wichtigsten Funktionen Haithabus auf die am Nordufer gegründete Stadt Schleswig begonnen: Schleswig wurde Königssitz, Bischofssitz und Zentrum des Fernhandels über See. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden in dem weitläufigen Gelände der einstigen Hafensiedlung viele bedeutende Funde zu Tage gefördert, die von der einstigen Blüte dieses südlichsten Siedlungsplatzes der Wikinger zeugen. Am Haddebyer Noor, genau an dem Ort, an dem vor rund 1.000 Jahren die Wikinger beheimatet waren, steht heute ein sehenswertes Museum: das Wikinger Museum Haithabu. In direkter Nachbarschaft laden die sieben rekonstruierten Wikinger Häuser Haithabu zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein; hier können Besucher tief in die Geschichte der Wikinger eintauchen. „König Sven setzte den Stein für Skarthe, seinen Gefolgsmann, der nach Westen gezogen war, nun aber fiel bei Haithabu“ – So lautet die altdänische Inschrift des 1857 südlich des Ortes Busdorf gefundenen Runensteins. Vermutet wird, dass es sich bei König Sven um Sven Gabelbart handelt. Wer sich diesen und die anderen drei Runenstein aus der Region am Ostseefjord Schlei genauer anschauen möchte, kann dies im Wikinger Museum Haithabu machen. Rekonstruktionen dreier Runensteine findet man heute noch an ihren ursprünglichen Fundorten:

  • Skarthi-Stein: Alte Landstraße 10, 24866 Busdorf
  • Großer Sigtrygg-Stein: Am Furt zwischen Haddebyer und Selker Noor
  • Erik-Stein: An der Straße von Busdorf nach Selk an dem Rastplatz in Höhe Wedelspang 

Impressionen Ihres Kultururlaubs

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